Solange du deinen Körper bekämpfst und ihm Vorwürfe machst, wird es dir extrem schwer fallen etwas zu verändern. Aus einem Kampf wird nicht plötzlich ein liebevoller Umgang entstehen, auch wenn du es schaffen solltest deinen Körper in eine bestimmte Form zu zwängen.

Viel besser ist es, erstmal deinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist.

Doch wie geht das? In diesem Artikel teile ich Gedanken dazu, wie du lernen kannst, dich so gut zu fühlen, wie du bist.

Wie ich dazu kam, meinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist

Jahrelang war ich in einem ständigen Kampf mit meinem Körper. Ich dachte, es müsse anstrengend sein und es sei wichtig, meinen Körper in eine bestimmte Form zu bringen.

Irgendwann hatte ich aber genug. Ich hatte keine Lust mehr auf Verzicht und darauf, mich nicht richtig in meinem Körper zu fühlen. Also beschloss ich die Beziehung zu meinem Körper zu verändern, so durfte mein Körper plötzlich einfach so sein, wie er ist. Darauf hat er sich dann aber im äusseren wirklich begonnen zu verändern, ich verlor Kilos einfach so, ohne gefühlt etwas dafür zu tun.

so akzeptieren, wie ich bin

Um die Beziehung zwischen Geist und Körper zu verbessern, habe ich begonnen meine Gedanken kritisch zu betrachten und vor allem auch das Ideal, welches ich jahrelang mit mir herumgetragen habe.

Ich bin davon überzeugt, dass dies allen Frauen gut tun würde und möchte dir deshalb ein paar Überlegungen vorstellen, die helfen können wieder ein liebevollen und wohlwollenden Umgang mit deinem Körper zu finden.

Wir schaffen unsere Realität

Die Realität gibt es nicht. Wir alle nehmen unsere Umwelt durch einen Filter wahr. Dieser wurden durch unsere Erfahrungen und durch unser Umfeld geformt. Während dies zu einigen Diskussionen führen kann, weil zwei Menschen dieselbe Situation unterschiedlich wahrnehmen, so hat es auch einen sehr positiven Aspekt.

Wir können diesen Wahrnehmungsfilter aktiv beeinflussen. Dieser ist nicht etwa statisch, sondern sehr flexibel. Mit Hilfe dieses Filters schaffen wir es mit etwas Übung unsere Wahrnehmung so zu verändern, dass wir unseren Körper so gut finden, wie er ist.

Die Traumfigur ist nicht deine Realität

Woher kommt das Bild der Traumfigur, welches du mit dir herum trägst? Mein Bild hat sich angefangen zu formen, als ich mit etwa 11 Jahren als dick gehänselt wurde. Später habe ich als Teenager Zeitschriften mit Misswahlen angeschaut und habe davon geträumt auch eine Miss sein zu können. Doch ich war damals nicht schlank und hätte darum nicht in das gesuchte Schema gepasst. Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen alles Schlechte, was in meinem Leben passierte, auf meine Rundungen zu schieben. 

Diese Traumfigur war jedoch nie meine Realität. Sogar als ich dünn war, fühlte ich mich nicht annähernd so, wie ich es mir ausgemalt hatte. Die Traumfigur hat mit dem Rest meines Lebens fast gar nichts zu tun. Und das wird für die meisten wahr sein, ausser vielleicht du möchtest eine Misswahl gewinnen. Doch sogar dort gibt es Alternativen.

Mache dir also bewusst, woher deine Vorstellung deiner Traumfigur kommt. Was sie ganz bestimmt nicht ist, ist ein  angeborenes Bedürfnis. Und äussere Veränderungen garantieren keine innere Zufriedenheit.

Woher kommt deine Idee von Attraktivität

Ich begann also genauer auf meine Gedanken über meinen Körper zu achten. Dabei bemerkte ich, dass ich dauernd überlegte, wie ich anderen gefalle. Natürlich hauptsächlich Männern. Zwar gab es hie und da einen Kommentar von einem Mann, aber grösstenteils waren diese Ideen meine eigenen Hirngespinste.

“Was, wenn er meinen Bauch zu dick findet?”, habe ich mich zum Beispiel gefragt. Doch es war nicht mein Gedanke. Nicht ich fand meinen Bauch zu dick. Ich habe mich nur vor der Idee gefürchtet, dass jemand anderes meinen Bauch dick finden könnte.

So habe ich angefangen meinen Bauch im Spiegel zu betrachten. Wie er sich wölbt, die weiche Haut und wie sich die Form im Laufe des Tages ändert. Mein Bauch ist nicht dick oder hässlich. Mein Bauch ist.

Natürlich werden diese Gedanken, man könne jemand anderem nicht gefallen, nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden. Doch wenn du dir bewusst machst, was du dir überlegst, verlieren sie an Einfluss.

Frage dich: Sind die Gedanken, die du dir über deinen Körper machst wirklich deine eigenen? Oder überlegst du vielleicht nur, was andere gut oder schlecht finden könnten?

Versuche deinen Körper zu fühlen. In einem ruhigen Moment und nur in Gedanken. Wie fühlt sich der Körperteil dann an?

Akzeptieren was ist

Nicht nur in Betracht deiner Figur ist es hilfreich zu akzeptieren was ist. Viele Unzufriedenheiten kommen daher, dass wir verändern möchten, was ist. Wir ärgern uns darüber, dass Dinge anders sind, als wir sie gerne hätten. Das macht jedoch nur Sinn bei Dingen, die wir verändern können. Kennst du den bekannten Spruch:

“Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht verändern kann.
Gib mir den Mut, Dinge zu verändern, die ich ändern kann.
Gib mir die Weisheit das Eine vom Andern zu unterscheiden.”

Ich glaube hier liegt die Schwierigkeit darin unseren Körper zu akzeptieren. Wir haben das Gefühl, der Körper gehöre zu den Dingen, die wir verändern können. Eine Diät lässt den Körper schmaler werden, eine Dusche macht ihn sauber und viel Sport muskulöser. Doch funktionieren Diäten nicht und Sport der keinen Spass macht, macht uns nur vorübergehend muskulöser und gleichzeitig unzufriedener.

Erkenne an, dass dein Körper nicht zu den Dingen gehört, die du ändern kannst. Wie viele Gedanken drehen sich bei dir täglich um dein Aussehen, deine Ernährung und Sport? Die Energie, welche du dafür verschwendest, könntest du für Wichtiges nutzen. Stelle dir folgende Fragen:

  • Was ist dir wirklich wichtig?
  • Wovon möchtest du mehr in deinem Leben?
  • Was schiebst du schon lange aus Zeitmangel vor dir her?

Sei deinem Körper dankbar

Dankbarkeit ist schon ein ziemlich abgedroschenes Wort, doch trotzdem auch ein sehr wichtiges. Denn Dankbarkeit kann vieles anstossen und verändern. Dazu ist dies etwas, was einfach ist, in den Alltag zu integrieren.

Sei dankbar dafür, was dein Körper alles leistet. Genau in diesem Moment. Deine Augen lesen diese Zeilen, dein Gehirn verarbeitet, was du gelesen hast, deine Hände halten dein Mobiltelefon, deine Muskeln verändern deinen Gesichtsausdruck – vielleicht gerade jetzt zu einem kleinen Lächeln, deine Lungen bringen Luft in deinem Körper, dein Blutkreislauf verteilt dies in deinem Körper, und so weiter. 

Diese Liste könnte man unendlich fortführen, denn dein Körper bewältigt in jeder Sekunde tausende Aufgaben, damit du leben, dich bewegen und kommunizieren kannst. Mache dir dies mehrmals am Tag bewusst, bewundere deinen Körper für diese Leistung und sei dankbar dafür.

Langeweile

Von den Zeitschriften, aus Werbungen, Serien und Filmen, überall sehen die Frauen gleich aus. Sie sind gross, schlank, haben relativ ausgeglichene Gesichter und frisch zurechtgezupftes Haar.

Möchtest du wirklich genau so aussehen? Genau so langweilig, ohne Makel und ständig frisch bemalt und zurechtgemacht? Also ich nicht mehr. Lieber bin ich eine ganz eigenständige Person, denn meine äusserlichen Eigenschaften machen mich aus und unterscheiden mich von der Menge.

Stell dir mal vor es wären alle Menschen genau so wie die Models und Schauspieler, auch du. Eine Welt voller perfekter Menschen. Möchtest du in dieser Welt leben?

Dein Körper ist perfekt und wunderschön, genau so wie er ist.

Hast du dir diesen Satz schon mal gesagt? Versuch es mal. Vielleicht fühlt es sich anfangs etwas komisch an, doch mit der Zeit gewöhnst du dich daran und irgendwann wird er zur Realität.

Zeige wer du bist

Dein Köper und dein Auftreten sind perfekte Möglichkeiten, um deinem Umfeld zu zeigen wer du bist. Achte dich mal darauf, wie schnell du eine grundsätzliche Idee davon hast, wie eine Person sein könnte, die du zum ersten Mal siehst. Wir brauchen nur Sekunden, um uns eine Meinung einer Person zu bilden.

Statt zu versuchen einer langweiligen, perfekten Erscheinung nachzuahmen, kannst du hier kreativ sein und auf dich aufmerksam machen. 

Wenn du unterwegs bist, beginne dich zu achten, wie sich die Frauen kleiden, frisieren und bewegen. Welche gefallen dir besonders? Welche überhaupt nicht? Was beeindruckt dich?

Durch diese Übung kannst du herausfinden, was dir für dich selbst gefallen würde. Geh zum Friseur und lass dir einen Haarschnitt verpassen, der dir gefällt. Kauf dir ein Kleid, welches dir an einer anderen Frau gefallen hat und verändere dein Make-up oder lass es völlig weg.

Bist du Übergewichtig und deine Ernährungsberaterin hat einen Ernährungsplan zusammengestellt? Dann versuch diesen einzuhalten und trotzdem diese Übungen zu machen. Denn deinen Körper zu akzeptieren, wie er ist, legt auch den Grundstein für eine produktive Veränderung. Auch wenn du deiner Gesundheit zuliebe Gewicht verlieren solltest, funktioniert dies nur, wenn du dich mit deinem Körper verbündest, statt streng mit ihm zu sein.

Hast du weitere Tipps zur Unterstützung seinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist? Oder Erfahrungen damit? Dann freue ich mich darauf, mehr darüber in den Kommentaren zu lesen.